Programm Flyer

 

31. Mai – Adlige Frauen im Widerstand gegen den NS VORTRAG

Antifaschistischer Widerstand im NS hatte viele Gesichter: Unter anderem Kommunist_innen, Jüd_innen oder Sozialdemokrat_innen und wiederum welche, die weniger thematisiert werden. In dieser Veranstaltung soll der Blick auf Widerständlerinnen gerichtet werden, die in allgemeiner und linker antifaschistischer Geschichte ausgeblendet werden,

weil sie im Allgemeinen oft auch von den kapitalistischen Verhältnissen profitiert haben: bürgerliche und adlige Frauen*.

Die Historikerin Dr. Frauke Geyken hat die Geschichte von sieben Frauen* im Widerstand aus sieben verschiedenen Gruppen von Kreisauer Kreis bis rote Kapelle aufgearbeitet, um so den Frauen*, die auch von

linker Seite meist nur als Ehefrauen ohne eigene Handlungsfähigkeit und politische Einstellungen abgewertet werden, in den Fokus historischer Analyse zu setzen.

Gerade bürgerliche Frauen* vornehmlich als Ehefrauen von Männern wahrzunehmen und damit letztlich zu objektifizieren ist auch heute noch eine häufige Misskonzeption linker Analysen. Die Veranstaltung soll dazu beitragen, dieser problematischen Verkürzung politischer und historischer Analysen entgegenzuwirken.

Am Ende der Veranstaltung freuen wir uns natürlich auf kontroverse Diskussionen.

DATUM: 31.05.

UHRZEIT: 18:00

ORT: Baari Bar

19. Juni – Das Bedürfnis nach gerechter Sühne. Wege von „Berufsverbrecherinnen“ in das Konzentrationslager Ravensbrück LESUNG

Sylvia Köchl liest aus ihrem Buch »Das Bedürfnis nach gerechter Sühne. « Wege von »Berufsverbrecherinnen« in das Konzentrationslager Ravensbrück. Sie legt dabei den Fokus auf Leerstellen im Gedenken und Kontinuitäten der Ausgrenzung.

„Die Nazis träumten von einer verbrechensfreien Gesellschaft. Sie zogen Ideen und Dis­kur­se rechtsextremer Kriminalisten heran und konzipierten die »vorbeugende Ver­bre­chens­­bekämpfung«. Sie wollten also Ver­brechen »be­kämp­fen«, bevor sie über­haupt geschahen. Men­schen wurden als »Berufs­ver­bre­che­rIn­nen« klassi­fiziert und in »Vorbeugungs­haft« genommen, das heißt, in einem Kon­zen­tra­tions­lager interniert und mit dem »grünen Win­­kel« gekennzeichnet.
Dieses Buch erzählt die Geschichten von acht »Berufsverbrecherinnen« – vorbestrafte Abtreiberinnen und Diebinnen aus Österreich, die ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurden.
Über diese KZ-Häftlingsgruppe ist bis heute fast nichts bekannt, und von den Opfern existieren keinerlei Selbstzeugnisse. Anhand von Gerichtsakten rekonstruiert Sylvia Köchl die Biografien und arbeitet ein bisher unbekanntes Kapitel der NS-Geschichte auf.“ (http://www.mandelbaum.de/books/764/7683)

DATUM: 19. Juni

UHRZEIT: 20:00

ORT: Hörsaalgebäude

07. Mai – Männlicher Dominanz in antifaschistischen Zusammenhängen entgegenwirken WORKSHOP

Männliche Dominanz in antifaschistischen Zusammenhängen steht der Organisation von Frauen* oftmals im Weg, erschwert ihnen die politische Arbeit und nervt ganz allgemein gewaltig. In diesem Workshop soll sich kritisch mit männlicher Dominanz und Dominanzverhalten auseinandergesetzt werden. Zudem können Gegenstrategien diskutiert werden.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmer_innenzahl ist für diesen Workshop eine Anmeldung erforderlich. (Es wird kein wissenschaftliches Vorwissen benötigt, allerdings eine antifaschistische, antisexistische Einstellung. Es ist ein Szene-interner Workshop für Antifaschist_innen.)

Um euch anzumelden, schreibt uns eine Mail an Send Mail

http://antifaundmaennlichkeit.wordpress.com

DATUM: 10.05.

ZEIT: 12:00 – 18:00

Ort: Nach Mailanmeldung

19. Mai – „Marta Halusa und Margot Liu. Die lebenslange Liebe zweier Tänzerinnen“ Zu lesbischen Lebensrealitäten im NS und danach. LESUNG

Ingeborg Boxhammer liest aus ihrem Buch „Marta Halusa und Margot Liu.

Die lebenslange Liebe zweier Tänzerinnen“ über die Lebensläufe zweier Frauen, die auf unterschiedliche Weise in der NS-Zeit verfolgt wurden und deren Diskriminierung 1945 nicht endete.

„Die Tänzerinnen Marta Halusa (1910-1999) und Margot Holzmann (1912-1993) werden in Berlin von den Nazis verfolgt: Margot Holzmann vor allem wegen ihrer jüdischen Herkunft, beide Frauen wegen Prostitution und „lesbischer Betätigung“. Die erhoffte Sicherheit über die Eheschließung mit dem Chinesen Chi-Lan Liu erfüllt sich für Holzmann kaum. Margot Liu und Marta Halusa werden über Jahre immer wieder denunziert und festgenommen. Mit viel Glück überlebt das Paar den Nationalsozialismus. Das Porträt folgt der bewegenden Lebensgeschichte der beiden Frauen: von ihrem Kennenlernen im Hamburger Varieté und ihren Jahren in Berlin bis zu ihrer Emigration nach England und ihrem langen Kampf mit den bundesdeutschen Behörden um sogenannte Entschädigungsleistungen.“ (http://www.lesbengeschichte.org)

Diese Veranstaltung soll zum Sichtbar-Machen lesbischer Geschichte in antifaschistischer Geschichtsschreibung beitragen.

DATUM: 19.05.

UHRZEIT: 20:30

ORT: Café am Grün

01. Juni – Antifeminismus und Maskulismus VORTRAG

Seit der Jahrtausendwende lässt sich verstärkt das Phänomen des Maskulismus als organisierte reaktionäre Gegenbewegung zum Feminismus beobachten.

Erst nur in den Kommentarspalten von Nachrichtenseiten, später in Form von eigenen Blogs bis hin zu Kongressen formiert sich die maskulistische Bewegung zunehmend auch als ideologisches und personelles Bindeglied verschiedener rechter Strömungen. Tradierte Familienvorstellungen, stereotype Geschlechterbilder und Misogynie (Frauen*feindlichkeit) sind die zentralen Punkte dieser rechten Männer. Ihr Antifeminismus ist somit nicht nur Anknüpfungspunkt für rechte Politik sondern inhärenter Bestandteil jener.

Der Soziologe Andreas Kemper arbeitet seit Jahren zum Thema und wird bei dieser Veranstaltung einen Überblick über Ideologie des Antifeminismus und den organisierten Maskulismus geben und deren Funktion in der extremen Rechte skizzieren.

DATUM: 01.06.

UHRZEIT: 20:00

ORT: Hörsaalgebäude

13. Juni – Extreme Rechte und Gender VORTRAG

Der Einbezug der Kategorie Geschlecht in die Analyse der extremen Rechten ist kein neuer Zugang, aber doch noch immer ein seltener. Weder in der Analyse der extremen Rechten noch in der politischen Praxis scheint das Geschlechterverhältnis eine analytische Kategorie zu sein. So kommt es vor, dass Frauen* und Mädchen* immer noch oftmals übersehen werden.

Das Bild der friedfertigen Frau bestimmt die Wahrnehmung über sie in Bezug auf das politische Engagement in der extremen Rechten. Sie werden eher als ‚Freundin von‘ gesehen als als Trägerin einer politischen Einstellung. Auch die Frage, was extreme Rechte Ideologien für Männer bereithalten und inwiefern die angebotenen Männlichkeiten ein attraktives Angebot darstellen, bietet ein großes Erkenntnispotenzial. Besonders in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus liefert jedoch die Analyse der Geschlechterverhältnisse viele interessante Aspekte sowohl für die extreme Rechte als auch ihre Schnittstellen zur sogenannten ‚Mitte der Gesellschaft‘.

Vortrag mit Ina Pallinger

DATUM: 13. Juni

UHRZEIT: 20:00

ORT: Hörsaalgebäude

30. Juni – F_Antifa-Café

Nachdem wir in der Veranstaltungsreihe über historische Kämpfe und die Notwendigkeit feministischer Perspektiven in Antifa-Zusammenhängen gehört haben, wollen wir nun die alltäglichen Erfahrungen von Antifaschist_innen ins Zentrum rücken. Bei Kaffee, Kuchen, Bier oder Brause kann über Motivation, Ziele und Barrieren einer antifaschistischen Organisation diskutiert werden. Es können gemeinsam Handlungsstrategien entwickelt und Unterstützung organisiert werden. Das F_Antifa-Café soll ein Raum für Vernetzung und Austausch von antifaschistisch organisierten_interessierten FLT sein.

DATUM: 30.06.

UHRZEIT: 18:00

ORT: Havanna Acht

10. Mai „Antifaschistische Frauen in Hannover – Zwischen selbstständigem Handeln und Familiensolidarität“ LESUNG

Brunhild Müller-Reiß liest aus ihrem Buch: „Antifaschistische Frauen in Hannover – Zwischen selbstständigem Handeln und Familiensolidarität“.
Durch diese Lesung soll die Beteiligung von Frauen an historischen antifaschistischen Kämpfen in den Vordergrund gerückt werden. Es soll zudem auf die spezifischen Bedingungen und Umstände des Widerstands von Frauen gegen den NS eingegangen werden.

„Das Buch schließt eine Lücke in der Frauen- und Widerstandsgeschichte. Frauen erzählen aus ihrem konkreten Leben. Der politische Widerstand von Frauen wurde vielfach von der Forschung vernachlässigt und gesellschaftlich ignoriert. Dieses Buch fokussiert ihn. Basis bilden Interviews mit Frauen aus dem Widerstand gegen die NS-Diktatur, die bereits in den 1980er Jahren geführt wurden. Die Frauen kommen selbst zum Sprechen, ihre Erfahrungen werden öffentlich und vor dem Vergessen bewahrt (Oral-History-Methode). Die Interviews spiegeln die wichtige und zum Teil lebensrettende Rolle von Frauen in Widerstand und ihr Alltagsleben zur Nazi-Zeit wider, ebenso zeigen sie die Widersprüchlichkeit des „weiblichen Lebenszusammenhangs“, der durch eine Verschiebung der Blickrichtung der Interviews auf den „privaten“ Raum der Frauen deutlich wird. Die Interviewaussagen werden in den zeitgenössischen gesellschaftlichen Kontext gestellt, durch historische und methodische Überlegungen ergänzt und in die Tradition sozialistischer und feministischer Politik eingeordnet.“ (http://www.edition-assemblage.de/antifaschistische-frauen-in-hannover/)

DATUM: 10.05.

ZEIT: 18:00

ORT: Baari Bar